Sie funktionieren. Sie liefern – Tag für Tag. Genau das zehrt: Irgendwann versiegt die Energie, die früher selbstverständlich da war.
Nein – auch wenn es sich gerade so anfühlt. Viele erklären sich ihre Erschöpfung als vorübergehende Phase, die sich legt, sobald das nächste Projekt abgeschlossen ist. Manchmal stimmt das. Häufiger bleibt die Belastung bestehen – bis bewusst etwas verändert wird.
Sie können nach der Arbeit nicht mehr richtig abschalten. Sie sind gereizt, wo Sie früher gelassen geblieben wären. Und manchmal kommt der Moment, in dem Sie sich fragen, ob das schon mehr ist als eine anstrengende Phase – ob es vielleicht schon Richtung Burnout geht.
Chronischer Stress verändert nachweislich, wie wir denken und fühlen – und genau das erschwert es, von innen heraus zu erkennen, wann eine Grenze überschritten ist. Ein Blick von außen sieht oft, was man selbst längst nicht mehr wahrnimmt.
Jede Begleitung beginnt damit, zu verstehen, was bei Ihnen gerade wirklich passiert – nicht mit einer Checkliste, sondern im Gespräch. Wir schauen gemeinsam, wo Ihr Stress entsteht: in den Anforderungen, in privaten Belastungen oder schwierigen Gesprächen.
Von dort aus entwickeln wir Schritt für Schritt, wie Sie wieder Zugang zu Ihrer eigenen Energie finden.
Von der ersten Einordnung aus arbeiten wir konkret weiter: an inneren Mustern, die Erschöpfung aufrechterhalten, an Grenzen, die Sie deutlicher ziehen, und am Körper als Verbündetem – der Erschöpfung früher spürt, als der Kopf sie zulässt.
Als Arbeits- und Organisationspsychologe kenne ich die Strukturen, in denen beruflicher Druck entsteht – überhöhte Anforderungen, unklare Rollen, das Gefühl, nie ganz zu genügen.
Als Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe verstehe ich, was chronischer Stress mit einem Menschen macht: wie er sich im Körper festsetzt und das Denken verändert.
Und aus meiner Zeit als Schauspieler weiß ich, was es bedeutet, dauerhaft eine Rolle auszufüllen, die nicht zu einem passt – und was es kostet, das aufrechtzuerhalten.
Erschöpfung hat eine nachvollziehbare Geschichte: der Anspruch, keine Schwäche zeigen zu dürfen. Die Erfahrung, dass Anerkennung an Leistung gebunden war und nicht an die eigene Person. Oder Erwartungen an sich selbst, die auf Dauer niemand erfüllen kann.
Wer die Zusammenhänge versteht, hört auf, sich die Erschöpfung als persönliches Versagen anzurechnen. Und findet von dort aus Ansatzpunkte für Veränderung.
Erschöpfung zeigt sich im Körper, in der Art, wie jemand spricht und einen Raum betritt. Als Psychologe verstehe ich die inneren Mechanismen, die zu Erschöpfung führen. Als Schauspieler habe ich gelernt, genau auf solche Signale zu achten – noch bevor jemand ein Wort darüber verliert.
Werner Landsgesell
Arbeits- und Organisationspsychologe, Klinischer- und Gesundheitspsychologe, Schauspieler
Leystraße 154/122
1020 Wien